FERSENSPORN
Im Gegensatz dazu gibt es noch
den dorsalen oder hinteren Fersensporn, der sich im Ansatz der
Achillessehne bildet. Dieser kommt häufig bei Achillodynie vor.
Ursache
des
Fersensporn Oft sind degenerative (verschleißbedingte)
Veränderungen in den Sehnen die Ursache. Häufige Ursache des
Fersensporns ist der sogenannte Senk-Spreizfuß. Durch einen vermehrten
Zug der Fußsohle bildet sich eine sogenannte Knochenschwiele. In seltenen Fällen kann der
Fersensporn auch nach einer Infektions- oder Stoffwechselerkrankung
auftreten. Hier sei insbesondere der Morbus Bechterew, eine seronegative
rheumatische Erkrankung, die Schuppenflechte (Psoriasisarthritis) als
auch die Gicht genannt. In seltenen Fällen kommt der Fersensporn auch
bei der Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) vor.
Diagnose
des Fersensporn Häufig kommen die Patienten zum
Arzt wegen starken Schmerzen an der Ferse mit teilweisen Ausstrahlungen
in Fuß und Unterschenkel. Die Beschwerden werden oft als stechend oder
brennend beschrieben. Häufig kommen die Schmerzen beim Fersensporn nach
längeren Belastungen oder sportlichen Tätigkeiten vor. Es findet sich
häufiger ein Entlastungshinken.
Klinische
Untersuchung beim Fersensporn Zunächst wird eine genaue
Anamnese (Krankheitsgeschichte) von Ihrem Arzt erhoben. Er wird auf
verschiedene auslösende Ursachen zu sprechen kommen. Häufig treten die
Schmerzen bei längeren Belastungen sowie bei sportlichen Tätigkeiten
auf. Danach wird eine genaue körperliche
Untersuchung erfolgen. Hier können bereits mechanische Ursachen wie der
Senk-Spreizfuß festgestellt werden. Bei der Palpation (Abtastung) der
Ferse findet sich oft ein sehr starker Druckschmerz auf der Innenseite
der Fersenregion sowie an der Unterseite des Fersenbeines. Sollten
Anzeichen für ein rheumatisches
Geschehen oder für Stoffwechselerkrankungen wie die Zuckerkrankheit
vorliegen, sind noch laborchemische Untersuchungen mit Blutentnahme
notwendig. Auch werden Bewegungseinschränkungen im Bereich des Fußskelettes
untersucht. Danach wird ggf. eine Röntgenaufnahme des Fersenbeins in 2 Ebenen erfolgen. Hier sieht man oft knöcherne Ausziehungen in Zugrichtung der Fußsohle. Die Beschwerden können aber auch ohne Ausbildung eines Fersensporns sehr stark ausgeprägt sein. Häufig sieht man auf dem Röntgenbild gleichzeitig noch knöcherne Ausziehungen im Bereich des Achillessehnenansatzes, ggf. auch eine sogenannte Haglund-Exostose. Hierbei handelt es sich um eine knöcherne Ausbuchtung des Fersenbeins nach hinten.
Therapie
des Fersensporn Bei stark schmerzhaften Veränderungen
wird ggf. zunächst ein schmerzlinderndes und reizminderndes
Medikament
gegeben. Hier sollten sie mit dem behandelnden Arzt auch über evtl.
Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen zu anderen Medikamenten sprechen.
Krankengymnastik beim
Fersensporn Im Rahmen der Krankengymnastik
wird versucht, vorsichtige, dehnende Übungen durchzuführen. Sollten
sich als Ursache des Fersensporns degenerative Veränderungen oder ein
Senk-Spreizfuß herausstellen, müssten muskelkräftigende Übungen
durchgeführt werden. Oft kann die Beweglichkeit durch aufdehnende
Behandlung im Rahmen der manuellen Therapie (Chirotherapie) gebessert
werden. Physikalische Therapie beim
Fersensporn Oft helfen eine lokale
Ultraschalltherapie oder auch sogenannte Phonophoresen. Hierbei wird
noch unter den Schallkopf ein schmerz- und reizminderndes Medikament
gegeben. Bei starken Schmerzen helfen zunächst
schmerzlindernde, abschwellende und reizlindernde Elektrotherapien wie
z. B. die Iontophorese oder Hochvolt. Orthopädietechnische
Versorgung beim Fersensporn Oft helfen entlastende Einlagen
oder auch entsprechende Fersenpolster, die zu einer Entlastung des
schmerzhaften Bereichs führen. Fersenpolster haben im Gegensatz zu
Einlagen den Vorteil, in fast jedem Schuh getragen werden zu können.
Hier wird Sie der Orthopädietechniker oder der Orthopädieschuhmacher
weiter beraten können.
Röntgenreizbestrahlung beim
Fersensporn Bei diesen Verfahren wird eine
entsprechende Röntgenbestrahlung auf den schmerzhaften Bereich gegeben.
Dies kann oft eine deutliche Schmerzlinderung zur Folge haben. Bis auf
eine geringe Strahlenbelastung finden sich hierbei keine Nebenwirkungen.
Extrakorporelle Stoßwellentherapie
beim Fersensporn Bei der extrakorporellen Stoßwellentherapie
handelt es sich um ein Ultraschallverfahren, bei dem starke
Ultraschallwellen auf den schmerzhaften Bereich gegeben werden. In ca.
80 bis 90 % der Fälle kann hierdurch eine Besserung der
Beschwerdesymptomatik erreicht werden. Während den Behandlungen kann es
kurzfristig zu einer Schmerzverstärkung als auch zu Hämatomen (blauen
Flecken) kommen. Da die extrakorporelle Stoßwellentherapie ein recht teures Verfahren ist und die Krankenkassen nicht immer die Kosten übernehmen, sollte zunächst mit dem behandelnden Kollegen Rücksprache gehalten werden.
Infiltrationen beim
Fersensporn Bei starken und chronisch
anhaltenden Schmerzen können 2- bis 3-mal lokale Infiltrationen mit
einem Betäubungsmittel und
etwas Cortison-Beimischung in den schmerzhaften Bereich des Fersensporn
gespritzt werden. Diese Art der Behandlung ist zum Teil recht
schmerzhaft. Häufigere Infiltrationen sollten nicht durchgeführt werden, da sie zu degenerativen Veränderungen im Bereich der Fußsohle führen können.
Operation beim Fersensporn In nur ausgesprochen seltenen Fällen
ist eine Operation erforderlich. Da häufig Nebenwirkungen, insbesondere
starke Narbenbildungen, auftreten können, die die Beschwerden beim
Fersensporn zum Teil noch verstärken, sollte eine Operation nur der
allerletzte Ausweg sein. Hier sollte ausführlichst mit dem behandelnden
Operateur über das Operationsverfahren, die Nachbehandlung sowie die
evtl. auftretenden Komplikationen gesprochen werden. Alle o. g. diagnostischen und
therapeutischen Maßnahmen bis auf die extrakorporelle Stoßwellentherapie
und Operationen werden in der orthopädischen Abteilung der Klinik am
Homberg durchgeführt. Sie sollten Ihnen helfen, langfristig die
Beschwerden und Schmerzen beim Fersensporn zu lindern. Wir hoffen, Ihnen mit dieser Übersicht
einen Einblick in das Krankheitsbild des Fersensporns gegeben zu haben.
Zur Klärung
weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht
Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte
vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
Sagen Sie uns
ruhig mal Ihre Meinung! Sie möchten diesen Artikel ausdrucken? Markieren Sie den Text, gehen Sie in der Symbolleiste auf "Datei", dann auf "Drucken", danach "Markierung" anklicken und dann erst drucken, denn sonst verlieren Sie durch die nachfolgende Themenübersicht unnötiges Papier.
Weitere Fragen? Ihre Meinung? Tel.: 05621 - 793 929, Fax: 05621 - 793 293
Klinik
am Homberg Gebührenfreies Service-Telefon 0800 - 7 34 11 80
Haftungshinweis: |